Eigener Anbau von Chilis

Der Anbau von Chilis ist nicht schwierig. Man benötigt am Anfang kein teures Zubehör , aber einige Grundkenntnisse über die Pflanze, Düngung und Pflanzenschutz. Neben scharfen Chilis baue ich auch milde Sorten und Paprikas an. Samen kann man aus reifen (grüne Chilis sind nicht reif!) Chilis pulen und trocknen. Auch im Gartenmarkt bekommt man einige Sorten. Spezielle Sorten wie die ultrascharfen Habaneros & Co bekommt man im Internet.


Dünger

In der Wohnung dünge ich mit Algoflash Tomatendünger. Mit einer Plastikspritze ziehe ich 4 Milliliter auf und gebe es zu 1,5 Liter Wasser. Mit dieser Mischung werden die Pflanzen regelmäßig gegossen. So bekommen sie mit jedem Schluck Wasser ein wenig Dünger.  Ende Mai pflanze ich endgültig in große Container. Unter die Erde mische ich Tomatenlangzeitdünger von COMPO. Er reicht bis Ende Oktober.  

Pflanzenschutz

Beim finalen Umtopfen mische ich 1 Handvoll geschrotete Neemsamen unter die Erde. Das schreckt Blattläuse recht zuverlässig ab. Neemsamen und Neemulgan bekommt man recht günstig bei www.mopeppers.com  Sollte es dennoch zu Schädlingsbefall kommen, hat sich eine Mischung aus Wasser und Neemulgan (Neemöl + Emulgator) als recht wirksam erwiesen. Damit sprüht man die befallenen Pflanzen kräftig ein. Beim Befall mit kleinen grünen Raupen, welche kleine Löcher in die Blätter fressen (Frostspanner) hilft ein Tee aus Rainfarn.  

Chili-/ Paprika-Jungpflanzen bekommt man ab Ende April / Mai zu kaufen. Eine gute Quelle ist der türkische Gemüsehändler. Die Pflanzen kosten dort ca. 1,- Euro. Auch online kann man Jungpflanzen kaufen. Die Pflanzen kosten dort ab 2,00 Euro.


Januar

Zwei Tage vor dem Saattermin habe ich alle Samen in lauwarmen Kamillentee gelegt. Dies knackt die Schale und schützt die Keimlinge vor Pilzen.

Als Anzuchterde nehme ich KOKOHUM, habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Es ein Anzuchtsubstrat aus Kokosfasern. Torffrei und ph-neutral. Es ist ganz schwach vorgedüngt, deshalb muß man früher anfangen zu düngen. KOKOHUM bekommt man in Gartenmärkten in Briketform. Man muß es in Wasser legen, dann quillt es auf. In jedes Töpfchen lege ich 3 Samen: Einer kommt immer durch.


Etwas Organisation ist wichtig für den Überblick.


Die Anzuchthäuschen stehen auf der Nachtspeicherheizung bei 25°-30°C. Licht braucht man noch nicht. Erst wenn die Sämlinge aus der Erde schauen.



Februar

Ein Teil ist schon aufgegangen und steht unter der Beleuchtung. Habe 2 Leuchtstoffröhren a´18 Watt im 865 Lichtspektrum. Sie brennen ca. 14 Stunden am Tag. Der Stromverbrauch ist minimal.

Ich habe alle Wände der Box mit Spiegelfolie von DC-Fix beklebt und auf dem Boden liegen Spiegelfliesen. Die Front ist nur zum fotografieren offen, sonst ist dort eine Styroporplatte mit Spiegelfolie vor. Die Töpfchen sind billige Anzuchtschalen. Habe sie auf der Bandsäge auseinandergesägt . So kann man sie auseinanderrücken, wenn die Pflanzen größer werden.



März

Dieses Jahr will ich mehr milde Sorten anbauen. Numex Suave ist eine Neuzüchtung des "Chilepepper Institute" der NMSU in Las Cruzes, New Mexico. Vor einigen Jahren war ich dort mal zu Besuch. Das Institut ist weltweit führend in der Forschung auf dem Gebiet des kommerziellen Anbaus von Chilis.

Numex Suave sieht aus wie Habaneros und hat auch das fruchtige Aroma, welches an Pfirsiche erinnert. Allerdings sind sie absolut unscharf. Die "Hardcore" Fraktion sagt deshalb "Warmduscher Habaneros" zu ihnen. Aci Dulce#2 Red ist auch eine milde c.chinese. Diese Sorte stammt aus Peru.



Die Pflanzen werden nun vereinzelt und entwickeln sich prächtig. Dieses Jahr wird es auch mit den Jalapenos klappen.



Langsam wird es eng unter der Leuchtstoffröhre. Nächste Woche muß ich unbedingt umtopfen. Dann kommt ein Teil der Pflanzen ans Fenster.


April

So, am Samstag habe ich es endlich geschafft umzutopfen. Habe gute "Tomaten & Gemüseerde" von COMPO genommen. Nicht ganz billig, bin aber immer sehr zufrieden damit gewesen. Die größeren Pflanzen stehen auf Fensterbänken. Im Schlafzimmer habe ich noch eine Pflanzenlampe an der Fensterbank. Die taugt zwar nicht viel, ist aber besser als nichts.



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15.April

Zum abhärten und zur Gewöhnung an das UV-Licht der Sonne stelle ich sie zeitweise auf den Balkon. Aber nur in den Halbschatten. Stellt man sie in die pralle Sonne, bekommen sie Sonnenbrand und die Blätter vergilben.



Mai

Nächste Woche muß ich umtopfen. Aber in den kleinen Töpfen ist es einfacher, sie wieder reinzuschleppen, wenn es kalt wird.


Juni

Jetzt scheint es ja warm zu bleiben. War auch nötig, denn bei meinen Chilis war totaler Wachstumsstop. Aber jetzt sind sie auf dem Balkon und unter dem Schutz der mexikanischen Fahne.



Juli

Die ersten Jalapenos werden reif. Dafür fressen mir Viecher Löcher in die Blätter. Neem und Spruzit halfen nicht, aber Rainfarntee hat ihnen den Garaus gemacht.


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Meine Rocoto. Habe sie an einem Spalier festgebunden. Unten seht ihr meinen Kampfkater. Siieht etwas wüst aus, ist aber lieb. Drückt locker 7 kg auf die Waage, nur Muskeln und Samenstränge.



Meine Chilis wachsen in Kübeln an einer warmen Hauswand und oben auf dem Balkon. Ein mit Folie bespannter Rahmen bietet Schutz vor Unwettern und zu starker Sonne.

Im Januar gesät, ernte ich ab Juli die ersten Früchte. Es werden immer weiter Blüten gebildet, so daß sich die Ernte bis in den Oktober hinzieht.

Manche Arten (c.pubescens und c.baccatum) brauchen recht lange zum reifen und es kann passieren, daß sie vor dem ersten Frost nicht reif werden. Man lässt sie dann drin nachreifen. Beim ersten Frost ist Feierabend. Frost vertragen die Chilipflanzen nicht. Man muß vorher entscheiden, welche Pflanzen man überwintern möchte. Vorher macht man eine Neemkur gegen Blattläuse und stellt die Pflanzen ins Haus an ein helles Fenster.


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Die ersten "Warmduscherhabaneros" sind reif. Andere, noch grüne Früchte sind deutlich größer. Schmeckt leicht fruchtig mit minimaler Schärfe:



Habanero Chilis können auch bal geerntet werden.



September

Reiche Ernte: Diverse Habis, Aji Dulce, Kirschpaprika und Minipaprika


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Das Jahr geht dem Spätherbst entgegen. Erntezeit.



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